Historie der HABA-Firmenfamilie

Firmengebäude 1938

Gründungs- und Entwicklungsphase

Es war 1938, als der schwäbische Kaufmann Eugen Habermaaß beschloss, in Rodach nicht eine, sondern gleich zwei Firmen zu gründen: zusammen mit Anton Engel die »Firma Anton Engel« und zusammen mit Engel und Karl Wehrfritz das Unternehmen »Wehrfritz & Co«. Habermaaß brachte das kaufmännische Know-how und Startkapital mit, Engel verfügte über wichtige Erfahrungen in der Herstellung lackierter Holzwaren, und Wehrfritz schließlich kannte sich bestens in der Textilbranche aus - eine ideale Kombination für die Gründungen einer Produktions- und einer Handelsfirma. Dennoch war die Partnerschaft nicht von langer Dauer. Bereits 1940 waren Habermaaß‘ Partner ausgestiegen; nun wurden beide Firmen von Eugen Habermaaß alleine geführt. Obwohl die Zusammenarbeit mit Karl Wehrfritz nur rund ein halbes Jahr gedauert hatte, so ist sein Name bis heute in der Firmenbezeichnung enthalten.

Ab 1940 lenkte Eugen Habermaaß die beiden Betriebe alleine – jedoch von Anfang an mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Luise, die auch als Kommanditistin eingetragen war. Da man nur wenige Mitarbeiter hatte, war Luise aber nicht nur auf dem Papier an der Firma beteiligt, sondern sie widmete sich mit großem Einsatz dem Betrieb: Zunächst half sie in der Fertigung aus, später leitete sie das Versandgeschäft bei Wehrfritz. Mit großem unternehmerischem Geschick brachte Eugen Habermaaß die Firmen durch die von Mangel geprägten Kriegsjahre.

Schon 1950 präsentierte sich HABA erstmals auf einer Spielwarenmesse, und zu Beginn der Fünfzigerjahre erschien der erste mehrsprachige Katalog - auf Deutsch und Englisch. Auch zur Schweiz und zu den Niederlanden hatte man bereits geschäftliche Beziehungen aufgebaut. In dieser Zeit etablierte sich die Kurzform »HABA« als endgültiger Firmenname, sie erwies sich als äußerst fremdsprachenkompatibel. Diese Zeit des Aufbruchs wurde allerdings bald erheblich getrübt: Am 30. Januar 1955 starb Eugen Habermaaß unerwartet.

Luise Habermaaß übernimmt die Geschäftsleitung

Seine Witwe Luise war nun durch die Umstände gezwungen, die Rolle ihres verstorbenen Gatten zu übernehmen, während sie gleichzeitig ihre Familie versorgen musste. Sie konnte auf die tatkräftige Unterstützung treuer Mitarbeiter zählen, allen voran August Bayerlein in der Funktion des Prokuristen. Auch ihr Bruder, Gustav Fahrner, stand ihr zur Seite. Damals war eine Frau an der Spitze eines Unternehmens eine große Ausnahme. Dank ihrer Führungsstärke leitete sie die Geschicke von HABA in den kommenden Jahrzehnten äußerst erfolgreich.

Sie blieb der Firma auch noch eng verbunden, als ihr Sohn, Klaus Habermaaß, die Geschäftsführung übernommen hatte. Bis ins hohe Alter kam sie regelmäßig in die Firma, um nach dem Rechten zu sehen und Klaus Habermaaß mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Im Jahr 2003 starb Luise Habermaaß im Alter von 97 Jahren. Sie war die erste Ehrenbürgerin von Bad Rodach.

Firmengebäude heute

Baustein für Baustein: Unser Firmensitz in Bad Rodach

Wer wachsen will braucht Platz – das gilt auch für den HABA-Firmensitz. Was zunächst als kleiner Familienbetrieb mit Wohnhaus und benachbartem Werksgebäude begann, wuchs im Laufe der Jahrzehnte zum heutigen mittelständischem Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitern und vier Standorten in Rodach an. So begleitete eine ständige Bautätigkeit die Entwicklung der Firma bis heute.

Die Firmengeschichte begann ganz bescheiden mit dem Privathaus der Familie Habermaaß in der August-Grosch-Straße, das zusammen mit dem Nachbargebäude zugleich Firmensitz war. Zunächst neben dem Wohnhaus entstand später das Werk I, das im Laufe der Jahre immer wieder erweitert wurde, bis das Haus der Familie schließlich in den Siebzigerjahren abgerissen wurde, um das Grundstück vollständig für Werk I nutzbar zu machen.

1955 zog die Möbelproduktion in den benachbarten ehemaligen Eiskeller, den Eugen Habermaaß 1949 erworben hatte. Der Eiskeller existiert als einziger der Altbauten aus der Anfangszeit der Firma noch heute – nach umfangreichen Umbaumaßnahmen bildet er heute, kaum wiedererkennbar, einen Teil des Werks II. Das Wachstum der Firma verlief weiterhin ungebremst, so mussten beide Standorte mehrfach erweitert werden. 1987 wurden auch diese beiden erweiterten Anlagen zu klein, so entstand in der Werner-von-Siemens-Straße das Werk III, dort ist unter anderem das Hochregallager untergebracht. Weiter südlich, an der Elsaer Straße, liegt mit dem Lager Elsa der vierte Standort.

Die eigentliche Firmenzentrale befindet sich heute gegenüber von Werk I. Hier hatte man die Altbauten Brau- und Leschenhof Schritt für Schritt abgerissen, stattdessen entstand das hochmoderne und repräsentative Hauptquartier.Es besteht aus zwei Baukörpern, dem neuen »Brauhof« und dem neuen »Leschenhof«, die miteinander verbunden sind. Mit diesen modernen und nachhaltig konstruierten Gebäuden gewann HABA endlich einen repräsentativen Hauptsitz, dessen natürliche und farbenfrohe Gestaltung die Philosophie der Firma wunderbar zum Ausdruck bringt.

Die Geschichte der Firmenfamilie in Stichpunkten

1961  Klaus Habermaaß steigt in die Firma ein. Zunächst arbeitet er als Betriebsassistent, dann in den Bereichen Technik, Finanzen und Entwicklung,
später wird er geschäftsführender Gesellschafter.

1971  Die Zahl der Mitarbeiter ist auf 193 angewachsen.

1978   Die Firma beschäftigt 300 Mitarbeiter.

1980   Sprung über den großen Teich: HABA übernimmt in den USA die Firma Skaneateles Handicrafters und benennt sie in T. C . Timber um. Seit 2002 heißt das Unternehmen HABA USA.

1987   Wieder Nachwuchs bei der HABA-Firmenfamilie: JAKO-O steckt in den Kinderschuhen. Im ersten Katalog finden sich: »GEMINOs«, HABA Puppenwagen und Bauchtrainer. Die erste »richtige« Kollektion stellt JAKO-O im Katalog von 1995 vor. Seit 2000 lautet das Motto: »Für Eltern gedacht – von Eltern gemacht«.

1997   Das Unternehmen hat mittlerweile 661 Mitarbeiter.

2001   Der alte Brauhof wird erworben und abgerissen, an seine Stelle tritt das moderne Bürogebäude (fertiggestellt 2006).

2003   Harald Grosch wird Geschäftsführer der Firmenfamilie. Luise Habermaaß stirbt im Alter von 97 Jahren. Die ein Jahr später gegründete Kinderkrippe, in der Firmenangehörige ihre Kinder im Alter von sechs Wochen bis drei Jahren unterbringen können, trägt ihren Namen. Im selben Jahr erhält die HABA-Firmenfamilie die Audit-Auszeichnung »Beruf und Familie«.

2008   Die Anzahl der Mitarbeiter ist auf 1.600 angewachsen und sie wächst weiter. Heute beschäftigt die Firmenfamilie rund 2.000 Menschen.

2009   Zuwachs in der Firmenfamilie: Die HABA-Firmenfamilie beteiligt sich an der project GmbH in Eisleben. Gleichzeitig erweitert sich das Unternehmen auch im Ausland. Im selben Jahr entsteht die Wehrfritz-Filiale in Polen. Zu Hause in Bad Rodach entsteht währenddessen die JAKO-O Familystore GmbH & Co. KG.

2011   Am 11.März feiert Klaus Habermaaß sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum.

2012   Der Komplex »Brauhof 2« (heute der neue »Leschenhof«) wird fertig gestellt. Damit ist der moderne Firmensitz komplett. Der Komplex ist zertifiziert von der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen).

2013   Das Unternehmen feiert 75-jähriges Jubiläum.

2014   Zuwachs in der Firmenfamilie: Die HABA-Firmenfamilie beteiligt sich an den Firmen Baby Stars GmbH und tiggly.

2015   Das Sortiment der Firmenfamilie wird durch eine Beteiligung an der Fox & Sheep GmbH im digitalen Spielebereich erweitert. Im selben Jahr startet der neue „Heldbergs“-Online-Shop mit „richtig gutem Zeug“.